Islamische Bestattung in Rheinland-Pfalz
Seit dem 27. September 2025 gilt hier ein neues Bestattungsgesetz, das erste seit über vierzig Jahren. Es erlaubt die Bestattung im Tuch — und es verlangt eine längere Wartezeit als Hessen. Beides steht unten im Wortlaut, mit Fundstelle.
Gesetz: BestG vom 22.09.2025 In Kraft seit 27.09.2025 Fundstelle GVBl. 2025, 554
Darf in Rheinland-Pfalz ohne Sarg bestattet werden?
Ja. Und anders, als vielerorts zu lesen ist, brauchen Sie dafür keine schriftliche Verfügung des Verstorbenen.
Was im Gesetz tatsächlich steht
„Verstorbene Personen können in Tüchern erdbestattet werden, sofern keine öffentlichen Belange entgegenstehen oder gesundheitliche Gefahren zu befürchten sind. Eine Tuchbestattung aus nichtreligiösen Gründen ist nur möglich, wenn die verstorbene Person dies schriftlich verfügt hat. Bei Vorliegen eines Hinderungsgrundes nach Satz 1 kann die örtliche Ordnungsbehörde eine Bestattung im Sarg anordnen."
Der hervorgehobene Satz betrifft ausschließlich den nichtreligiösen Fall. Wer aus religiösen Gründen im Tuch bestattet werden soll, braucht die schriftliche Verfügung nicht.
Das ist wichtig, weil die gegenteilige Darstellung verbreitet ist: Sie stammt aus der Ankündigung des Gesetzentwurfs und nicht aus dem beschlossenen Gesetz. Eine Familie, die glaubt, es fehle ein Papier des Verstorbenen, hält eine islamische Bestattung für unmöglich — obwohl sie es nicht ist.
Warum am Grab trotzdem ein Sarg steht
„Der Transport der eingetuchten Leiche erfolgt in einem geschlossenen Sarg bis unmittelbar zur Grabstätte. An der Grabstätte ist das Öffnen des Sarges zum Zwecke der Tuchbestattung zulässig."
Der Sarg ist also Transportmittel, nicht Grabstätte. Beigesetzt wird im Tuch. Wer das vorher weiß, erschrickt am Friedhof nicht.
Wie schnell kann beigesetzt werden?
- 36Stunden
Bis dahin muss der Verstorbene in einer Leichenhalle oder einem Kühlraum liegen, gerechnet ab dem Tod.
§ 22 Abs. 1 - 48Stunden
Frühester Zeitpunkt der Beisetzung. Diese Frist lässt sich verkürzen — dazu unten mehr.
§ 23 Abs. 1 - 14Tage
Spätester Zeitpunkt, gerechnet ab der Todesfeststellung. Auf Antrag verlängerbar.
§ 23 Abs. 1
Achtundvierzig Stunden sind doppelt so lang wie in Hessen. Für eine Beisetzung nach Sunnah ist das der härteste Punkt dieses Gesetzes. Es gibt aber zwei Wege daran vorbei, und beide stehen im Gesetz selbst.
Die zwei Wege zur früheren Beisetzung
„Die örtliche Ordnungsbehörde des Bestattungsorts kann die Bestattung vor Ablauf der in Absatz 1 Satz 1 bestimmten Frist anordnen, wenn jede Möglichkeit eines Scheintodes ausgeschlossen ist oder gesundheitliche Gefahren zu befürchten sind. Sie kann die Bestattung auf Antrag vor Ablauf der in Absatz 1 Satz 1 bestimmten Frist zulassen, wenn begründete religiöse Gründe hierfür vorliegen oder die oder der Antragstellende ein sonstiges berechtigtes Interesse an der vorzeitigen Bestattung hat."
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Der religiöse Grund
Das Gesetz nennt „begründete religiöse Gründe" ausdrücklich als Anlass, die Frist zu verkürzen. Dafür braucht es einen Antrag bei der örtlichen Ordnungsbehörde des Bestattungsorts. Den stellen wir.
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Die zweite Leichenschau
Der zweite Weg setzt am Scheintod an: Eine zweite ärztliche Untersuchung schließt ihn aus. Damit liegt die Voraussetzung aus Satz 1 vor. Sie ist eine zusätzliche ärztliche Leistung und wird zusätzlich berechnet — wir sagen Ihnen vorher, was sie kostet.
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Wir gehen beide Wege
Welcher im Einzelfall trägt, entscheidet die Behörde am Bestattungsort. Deshalb bereiten wir beide vor, statt auf einen zu setzen und Zeit zu verlieren.
Sie müssen zu keiner Behörde und keinen Antrag ausfüllen. Rufen Sie an und sagen Sie uns, wo beigesetzt werden soll — den Rest übernehmen wir.
Das Gesetz nennt für die verkürzte Frist keine Stundenzahl. Wie früh eine Beisetzung tatsächlich möglich ist, entscheidet die Behörde am Bestattungsort im Einzelfall.
Wo in Rheinland-Pfalz islamisch bestattet wird
Viele Angehörige suchen nach einem islamischen Friedhof. In Rheinland-Pfalz gibt es den fast nirgends — und das hat einen rechtlichen Grund, der selten genannt wird.
Beigesetzt wird stattdessen auf kommunalen Friedhöfen, die ein muslimisches Grabfeld ausgewiesen haben. Das ist kein Behelf, sondern der übliche Weg.
„Kirchen, Kirchengemeinden und Kirchengemeindeverbände sowie andere Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, können eigene Friedhöfe errichten, unterhalten, erweitern und wieder belegen sowie Leichenhallen errichten."
Das Recht auf einen eigenen Friedhof hängt an diesem Status. Kaum eine islamische Gemeinde in Deutschland besitzt ihn. Deshalb führt der Weg über die Gemeindefriedhöfe.
Wenn der eigene Ort kein Grabfeld hat
„Die Friedhofsträger sollen nach Möglichkeit eigene Grabfelder für Tuchbestattungen ausweisen. Auf einem Gemeindefriedhof kann ein solches Grabfeld auch zur Nutzung anderer Gemeinden ausgewiesen werden."
Ein Grabfeld muss also nicht in der eigenen Gemeinde liegen. Für kleinere Orte ist das der entscheidende Satz — und der Grund, warum sich ein Anruf auch dann lohnt, wenn der Friedhof vor Ort nichts anbietet.
Orte in Rheinland-Pfalz mit muslimischem Grabfeld
Diese Orte haben ein muslimisches Grabfeld. Sie verteilen sich über das ganze Land, von der Eifel bis an den Rhein:
- Bad Kreuznach
- Bitburg
- Gerolstein
- Idar-Oberstein
- Ingelheim am Rhein
- Ludwigshafen am Rhein
- Kaiserslautern
- Mainz
- Neuwied
- Sinzig
- Trier
- Wittlich
- Worms
Ihr Ort ist nicht dabei? Rufen Sie trotzdem an. Nach § 12 Abs. 2 des Bestattungsgesetzes kann ein Grabfeld auch von anderen Gemeinden genutzt werden — Sie sind also nicht auf den Friedhof im eigenen Ort angewiesen.
Diese Liste beruht auf unserer eigenen Arbeit in Rheinland-Pfalz, Stand 13. September 2026. Ob weitere Friedhöfe ein Grabfeld führen, klären wir für den gewünschten Beisetzungsort.
Was wir übernehmen
Wir holen den Verstorbenen ab, waschen und hüllen ihn nach islamischem Ritus, erledigen die Formalitäten und melden die Beisetzung beim Friedhof an. Dazu gehören in Rheinland-Pfalz der Antrag auf vorzeitige Bestattung und, wo sie trägt, die zweite Leichenschau.
Wie das im Einzelnen abläuft, steht auf eigenen Seiten: der Weg von der Abholung bis zum Grab, die Totenwaschung und das Totengebet.
Was es kostet
Unsere Preise sind dieselben wie überall in Deutschland und stehen auf der Seite Kosten. Hinzu kommen die Gebühren des jeweiligen Friedhofs, die jede Gemeinde selbst festsetzt, und gegebenenfalls die zweite Leichenschau.
Wenn ins Herkunftsland überführt werden soll
Auch das machen wir von Rheinland-Pfalz aus. Was dafür nötig ist und wie lange es dauert, steht unter Internationale Überführung.
Bei einer Fehl- oder Totgeburt
Das rheinland-pfälzische Gesetz regelt diesen Fall in § 2 Abs. 4 ausführlich, einschließlich der gemeinsamen Bestattung mit einem zeitnah verstorbenen Elternteil. Was allgemein gilt, steht unter Fehlgeburt & Totgeburt.
Häufig gestellte Fragen
Darf in Rheinland-Pfalz ohne Sarg bestattet werden?
Ja. Seit dem 27. September 2025 erlaubt § 12 des Bestattungsgesetzes die Erdbestattung im Tuch, sofern keine öffentlichen Belange entgegenstehen und keine gesundheitlichen Gefahren zu befürchten sind.
Die im Gesetz genannte schriftliche Verfügung des Verstorbenen betrifft ausdrücklich nur die Tuchbestattung aus nichtreligiösen Gründen. Für eine Bestattung aus religiösen Gründen wird sie nicht verlangt.
Warum steht am Grab trotzdem ein Sarg?
Weil das Gesetz es so vorsieht. Nach § 12 Abs. 3 erfolgt der Transport des eingetuchten Verstorbenen in einem geschlossenen Sarg bis unmittelbar zur Grabstätte. Erst am Grab darf der Sarg geöffnet werden.
Die Beisetzung selbst findet dann im Tuch statt.
Wie schnell kann beigesetzt werden?
Das Gesetz nennt in § 23 Abs. 1 als frühesten Zeitpunkt achtundvierzig Stunden nach dem Tod. Diese Frist lässt sich jedoch verkürzen.
Es gibt zwei Wege dafür, und wir gehen beide für Sie. Welcher im Einzelfall trägt, hängt von der Behörde am Bestattungsort ab.
Was ist die zweite Leichenschau, und warum kostet sie extra?
Eine zweite ärztliche Untersuchung, mit der jede Möglichkeit eines Scheintodes ausgeschlossen wird. Genau das ist die Voraussetzung, unter der die Ordnungsbehörde nach § 23 Abs. 2 Satz 1 eine Bestattung vor Ablauf der Frist anordnen kann.
Es ist eine zusätzliche ärztliche Leistung und wird deshalb zusätzlich berechnet. Was sie in Ihrem Fall kostet, sagen wir Ihnen am Telefon, bevor Sie sich entscheiden.
Wer entscheidet über die frühere Bestattung?
Die örtliche Ordnungsbehörde des Bestattungsorts — also nicht die Behörde am Sterbeort, wenn beide auseinanderfallen.
Den Antrag stellen wir. Sie müssen dafür zu keiner Behörde.
Gibt es islamische Friedhöfe in Rheinland-Pfalz?
Eigene Friedhöfe dürfen nach § 3 Abs. 1 nur Religionsgemeinschaften errichten, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind. Diesen Status hat kaum eine islamische Gemeinde in Deutschland.
Islamische Beisetzungen finden deshalb in aller Regel auf kommunalen Friedhöfen mit muslimischem Grabfeld statt. In Rheinland-Pfalz kennen wir dreizehn Orte, die eines haben — von Trier und Bitburg in der Eifel bis Worms und Ludwigshafen am Rhein. Die vollständige Liste steht weiter oben auf dieser Seite.
Unsere Gemeinde hat kein Grabfeld. Was dann?
Das Gesetz hat dafür eine Regelung: Nach § 12 Abs. 2 kann ein Grabfeld für Tuchbestattungen auf einem Gemeindefriedhof auch zur Nutzung durch andere Gemeinden ausgewiesen werden.
Es ist also nicht nötig, dass jeder Ort ein eigenes Feld hat. Wir klären, welcher Friedhof in Frage kommt.
Können Sie auch von außerhalb nach Rheinland-Pfalz kommen?
Ja. Wir sitzen in Neu-Isenburg bei Frankfurt und arbeiten deutschlandweit. Rheinland-Pfalz liegt direkt nebenan.
Rufen Sie an, auch nachts. Der erste Anruf kostet nichts und verpflichtet zu nichts.
Quelle und Stand. Bestattungsgesetz (BestG) Rheinland-Pfalz vom 22. September 2025, in Kraft seit 27. September 2025, verkündet im Gesetz- und Verordnungsblatt 2025, Seite 554, Gliederungs-Nr. 2127-1. Die zitierten Paragraphen sind der Fassung entnommen, die das fachlich zuständige Ministerium bereitstellt. Zuletzt fachlich geprüft am 13. September 2026. Diese Seite gibt den Gesetzeswortlaut wieder und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.
Im Todesfall Tag und Nacht erreichbar
Sagen Sie uns, wo beigesetzt werden soll. Wir klären, was am Ort möglich ist, und stellen die nötigen Anträge. Der erste Anruf kostet nichts.